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Scrum Guide 2020 – was ist neu (inkl. Download)

 

Kurze Einleitung

Update: 01.12.2020 – Dieser Artikel wird ständig erweitert und um Erkenntnisse aus der Übersetzung des Scrum Guide 2020 abzuleiten bzw. dokumentiert mein Verständnis vom Scrum Guide 2020 unter Berücksichtigung aktueller Publikationen dazu.

Scrum das Framework ist nun wirklich in aller Munde. Das Framework (Rahmenwerk) in dem man agil Produkte entwickelt und Projekte durchführt, ist schon seit einiger Zeit nicht mehr nur in der IT sehr beliebt. Scrum hat die Arbeit vieler Teams massgeblich verändert und ist enorm beliebt und erfolgreich.

Die intelligente Verzahnung von Zusammenkünften (auch Events genannt), Praktiken unter Berücksichtigung der relevanten agilen Prinzipien und einer veränderten Haltung, macht Scrum zu einem echten Gamechanger. Zu Scrum haben wir bisher bereits eine ganze Menge an Inhouse-Begleitungen angeboten. Nicht erst seit Corona bieten wir auch online entsprechende offene Vorbereitungskurse für die online stattfindende Scrum Zertifizierung an. Also “Corona-Like” sozusagen bzw wir von key2agile können stolz auf 10 Jahre Blended Learning und Remote-Work zurückschauen.

Der neue Scrum Guide ist da und wir haben uns die Unterschiede angeschaut und bieten Euch den neuen Scrum Guide als Download weiter unten an.

Scrum Guide 2020 die Neuerung auf einen Blick

Während der Scrum Guide 2017 den Trend der letzten Guides fortsetzte etwas ausführlicher zu werden und mehr zu beschreiben, so ist der Scrum Guide in der Version 2020 deutlich schlanker geworden und ist von vormals 19 Seiten auf 14 Seiten geschrumpft!

Im Folgenden möchte ich Euch einen Überblick über die neuesten Änderungen geben:

  • Der Begriff Entwicklungsteam (Dev-Team) ist nun Geschichte – ein Scrum 
    Team besteht aus einem Scrum Master, einem Product Owner und einer beliebigen Anzahl von Ergebnisverantwortlichen 
  • Es gibt damit also auch nur noch ein Scrum Team – und kein weiteres  Missverständnis durch die weitere Unterteilung des Team-Begriffs, also in weitere Sub-Teams welches aus Entwicklern besteht.
  • Es wird nicht mehr von Rollen gesprochen, sondern von Accountabilities also Ergebnisverantwortlichen!
  • Seit Einführung des Scrum Guide 2020 gibt es das Produkt Ziel um das Scrum Team auf ein entsprechendes übergeordnetes, wertvolles Ziel auszurichten.

Kritik: Ein Produktziel ist sinnvoll. ABER ist es das gleiche wie die vormals verwendete Produktvision? Ein Ziel ist meistens konkret beschrieben und bedarf deutlich mehr Aufwand und mehr Zeit und mehr Vorausplanung um ein solches Ziel zu definieren.  Das eine iterative Vorgehensweise auch ein Ziel schärfen kann, wird nun mit dem Produktziel weniger offensichtlich. Update: Richtig erscheint beides zu nutzen. Wir benötigen eine frühe Produk-Vision auf deren Basis die Entwicklung starten kann, ein Produkt-Ziel ist die Konkretisierung die zu einem späteren Zeitpunkt aus einem sich vervollständigten Product-Backlog ableitet das Ergebnis sein. Zumindest sollte man beide Optionen denken.

Anmerkung: Grundsätzlich habe ich nichts zu “Kriteln” – im Gegenteil. So wirkt das ganze wesentlich konsequenter und ist quasi eine geschlossene Lücke im Guide. Das Product Backlog erhält als Commitment das gemeinsame daraus definierte Produkt Ziel, wie oben erwähnt muss deutlich werden das dieses Produktziel durch eine Produkt-Vision ergänzt wird ODER es muss deutlich werden, das sich das Produktziel im Laufe der Entwicklung schärft.

  • Selbstmanagement statt Selbstorganisation als Begrifflichkeit in Bezug auf die Ergebnisverantwortlichen.

Kritik: Selbstmanagement statt Selbstorganisation:  Das erachte ich nach allem was mir bekannt ist zum Thema “Selbstorganisation” für besonders schwerwiegende Änderung und um es kurz zu sagen, ich erachte das für eine sehr schlechte Wortwahl.  Bleibt es bei der Betonung – so wechselt man von einer agilen Haltung zu einem Lean-Werkzeug”! Darüber hinaus öffnet es dem Management Tür und Tor endlich wieder in die Teams hinzuregieren, Reorganisation zu erzwingen, wobei die Entwickler sich  an die Vorgaben halten müssen!

Update: Hier bleibe ich bei meiner eher kritischen Haltung wobei es nach Rücksprache mit vielen Kollegen auch und um das Wording in der deutschen Übersetzung geht. Man lehnt sich anscheinend eher an das Modell der Autoritätslevel für Teams nach Hackmann und Havard an.
Im englischen bedeutet nach diesem Modell Selforganisation und Selbstmanagement das Gleiche, im deutschen dürfte man also auch Selbstorganisation sagen. An alle die eine Zertifzierung anstreben – nicht vergessen – hier orientiert sich das Wording immer am Englischen.

  • Das Sprint Planning wird im 2020 Guide nun nicht mehr nur das “WAS” und das “WIE” besprochen, sondern zu einem kleinen Teil auch das “WARUM” – also das “Wozu” was ich im deutschen zielführender finde, das ergibt sich durch das Sprint Ziel (Sprint Goal) !
  • Die Attribute (Definition, Nutzen etc.) der Product Backlog items wurden etwas aufgeweicht.
  • Absatz zum Sprint Abbruch gekürzt.
  • Ein Team = 1 Produkt ist eine sinnvolle und gute Erinnerung die jetzt mit aufgenommen wurde.

Mein vorweggenommenes Fazit:

Letztlich ist es interessant, wenn man den Guide liest ohne das agile Manifest könnte man tatsächlich meinen, einige agile Aspekte sind zurückgedrängt worden (Stichwort: Selbstorganisation) und andere Aspekte die auf mehr Planung hinweisen, die mehr Management von Außen erlauben scheinen, in den Vordergrund gerückt. 
DOCH das agile Manifest als Hilfsmittel macht den Scrum Guide, zu dem was es ist, die Beschreibung eines genialen schlanken agilen Rahmenwerks. Ich für meinen Teil werde sehen was wir in der Praxis in unseren Workshops, bei der Begleitung in den Unternehmen und Teams daraus machen und wie sich die Community dazu äußert.

Gibt es von Eurer Seite noch Ideen und Anmerkungen. Ansonsten freue ich mich auf die Zertifizierungskurse die wir dieses Jahr anbieten und JETZT auch als Online-Kurs mit den Original-Fragen zur Vorbereitung.

Links:

 

Alexander Schaaf
administrator
Initiator und Gründer von key2agile. Als zertifizierter Scrum Master (CSM) sowie zertifiziert als Kanban Professional und zertifiziert in Management 3.0 bin ich als agiler Coach, Trainer und Berater für diverse DAX-Unternehmen tätig sowie für KMU´s und kleinere Agenturen. Dabei verfolge ich immer das Ziel "Agilität" erlebbar zu machen und agile Haltung und Praktiken zu etablieren. "Agiltiät und dynamikrobuste Strukturen sind schon bald eine notwendige unternehmerische Basiskompetenz."

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