Die Magie der Selbstorganisation – Wie es in agilen Teams funktioniert!
15. Mai 2017

Butter bei die Fische – New Work, digitale Transformation, Agile – längst überfällig.

Alles nur „Buzzwords“?

Nich erst seit bekanntwerden der VUCA- Formel besteht tiefgreifender Bedarf zu handeln in den deutschen Unternehmen. Und auch nicht erst seit dem Google Car oder seitdem Apple Ihren eigenen Bezahldienst Apple-Pay ins Leben gerufen haben und erst gar nicht seitdem WhatApp über Nacht den SMS-Markt für immer verändert hat.

Schauen wir doch mal auf einige Trends und Mega-Trends der vergangenen Jahre, als da wären: Globalisierung, demographischer Wandel, Digitalisierung und Vernetzung sowie Big Data, den zunehmenden Kostendruck, der wachsende Innovationsdruck und einige mehr. Sie kennen sicherlich die meisten dieser Schlagworte.

Gerade deshalb habe ich ein ganz mulmiges und zum Teil auch ungutes Gefühl, wenn ich jetzt von digitaler Transformation auf der einen Seite lese und auf der anderen Seite höre von dem angeblichen Hype und Buzzword „Agile“.

Wer sich hier bemüht fühlt, daran zu erinnern, dass es sich bei Agile, New Work und der sogenannten digitalen Transformation etc. vielmehr um eine „weitere“ Sau handeln würde, die durchs berühmte Dorf getrieben werde, dem sei gesagt, dass dies mit „Nichten“ der Fall ist. Vielmehr handelt es sich hier um Handlungsfelder, die dringend durch deutsche Unternehmen besetzt werden müssen. Ja, so ist das! Und zum Glück, gibt es Unternehmen, die dies erkannt haben. Doch schauen wir noch einmal kurz zurück.

Ein kurzer Blick in die Vergangenheit

Die großen deutschen produzierenden Unternehmen, also allen voran die führenden Automobilhersteller, haben insbesondere das Lean-Manufactoring perfektioniert mit all seinen Vor- und Nachteilen. Lean ist übrigens auch nicht auf deutschen Mist gewachsen sondern auf japanischen Kirschblüten, da war Toyota seinerzeit mit Kanban (stellvertretend genannt) einen Schritt voraus. Aber hier konnten wir wieder Boden gut machen und sind heute da, wo wir sein wollen, sogar ganz vorne. Mit und ohne Abgas-Skandal, oder etwa nicht?

Aber was ist eigentlich die letzten fünf bis zehn Jahren aus deutscher Sicht passiert, wenn wir einem die Autoindustrie außen vor lassen?

Aus meiner Perspektive sind in den letzten zehn Jahren erhebliche Versäumnisse in den folgenden Bereichen zu beobachten:

  • Der Wandel der Gesellschaft und die Auswirkung auf Unternehmen und Arbeit (Kann man gerne auch umdrehen – letztlich eine Wechselwirkung)
  • Innovation: Revolution anstatt Evolution
  • Digitalisierung: Vernetzung von Menschen und Produkten
  • Dynamisierung der Märkte durch die Punkte eins bis drei sowie disruptive Entwicklungen.

Lassen wir mal beiseite, dass ich es für einen ausgesprochenen Standortvorteil halte (und immer schon gehalten habe), dass in Deutschland Entscheidungen weniger auf Impulse und Trends beruhen als vielmehr auf fundierten Analysen, angereichert um Expertenmeinungen und verbunden mit einem Diskurs über den „richtigen“ Weg.

Allerdings scheint mir, daß oben genannten Entwicklungen bislang ohne nennenswerte Ergebnisse diskutiert worden sind und zwar auf breiter Ebene!

Einige Beispiele gefällig?

  • Hybrid-Antrieb Automobil, wer hats erfunden? (Toyota)
  • Elektromobilität, Stromspeicher kommen alle aus Asien
  • Deutschland ist in 2016 das erste mal nach dem Global Innovation Index 2016 unter den Top 10 der innovativsten Volkswirtschaften mit Platz 10
  • Gründerszene schreibt dazu, hohe Patentanmeldungen aber das Geld wird woanders verdient.
  • Und als Anbieter von Lernlösungen, Berater und Trainer in diesem Feld gehört das Beispiel zur digitalen Bildung in diese Liste.  Beim Thema der Digitalen Bildung nach der ICILS Studie belegt Deutschland maximal das Mittelfeld in 2015 sogar noch Letzter!!!

Darüber muss gesprochen werden. Die Problembeschreibung gibt interessanterweise auch gleich schon einen Hinweis auf die Lösung, doch dazu später mehr.

Die Verteidigung des Status Quo ist in meiner Beobachtung immer noch der stärkste Treiber vor allen anderen. Eine Ursache sehe ich darin, dass deutsche Unternehmen einschließlich der Autoindustrie sehr stark auf Erfolge der Vergangenheit und Gegenwart schauen und sich letztlich immer der Entscheidung gegenüber sehen „Change the Business vs. Run the Business“. Ein Geschäft zu (ver-)ändern ist grundsätzlich sehr viel aufwändiger als es (weiter-)laufen zu lassen.

Das Internet ist, wie Sie vielleicht wissen, inzwischen immerhin schon 30 Jahre alt. Wenn wir jetzt über die digitale Transformation sprechen, dann ist das nicht nur überfällig, sondern dann geht es darum, hier nun schnellstmöglich Ergebnisse zu liefern.

Die Handlungsfelder kurz skizziert

„Agile“ heißt Veränderung zu antizipieren und den „Change“ als fortwährender Prozess im Unternehmen zu akzeptieren, gleichzeitig einen hohen Fokus auf Wertschöpfung zu haben und Produkte zu liefern, die eine hohe Kundenzufriedenheit ermöglichen. Dafür missen Kunden viel stärker mit einbezogen werden als bisher, und zwar mit allen Konsequenzen und mit der Möglichkeit, frühzeitig Fehlentwicklung erkennen zu können „Agile“ ist hierbei vor allem als Mindset zu verstehen, das bestimmte Werte und Prinzipien beinhaltet und so eine sehr gute Klammer liefert für eine ganze Reihe von Praktiken, die es ermöglichen, dass eine Organisation agiler wird.

Gleichzeitig hält ein verändertes Rollen- von Führungsverständnis Einzug, das die Selbstorganisation in den Mittelpunkt stellt. Nicht zu vergessen die Strukturen der Unternehmen, die sich derzeit in einem Veränderungsprozess befinden. Auch hier zeichnet sich klar ab, eine agile Organisation benötigt weniger Hierarchie und weniger Management und dafür mehr Leadership und ein Entwicklung hin zur Netzwerkorganisation.

Scrum ist hervorragend geeignet, um sich einen Einblick in diese neue Organisations-Welt zu verschaffen, denn hier erlebt man das neue Rollenverständnis und die agile Arbeitsweise mit relevanten Fachtermini ala Iterationen, imkrementeller Entwicklung, Timeboxing und Retrospektive. Nicht unerwähnt will ich lassen, daß Scrum auch als Rahmenwerk (Framework) bezeichnet wird und

Design Thinking meint viel mehr als etwas die Kunst Prototypen zu entwickeln, nein es geht darum die Fähigkeit wieder zu entdecken, Innovation nicht auf wenige Köpfe zu verteilen, sondern das wir viel mehr „Spinnen“, „verrückte Dinge denken“, „Empathie“ statt „Rationalität“, „Ausprobieren“ statt „Perfektionismus“.

Spätestens hier werden einige zusammenzucken. Es ist höchste Eisenbahn das Ideen aus Deutschland wieder schneller zur Marktreife gelangen und nicht beim Patentamt „verstauben“.

NewWork stößt eine längst überfällige Diskussion dazu an, wie Arbeitsplätze der Zukunft unter Berücksichtigung der Mitarbeiterrechte aussehen werden, wie Mitarbeitende die neuen Strukturen, welche agile Organisationen im Kern ausmachen, mit gestalten können und wie der Arbeitsplatz von Morgen genügend Erlöse generieren kann, damit organisches Wachstum stattfindet und junge Familien davon auch leben können.

Und zu guter letzt: die Digitale Transformation welche die Digitalisierung und Ihre Auswirkungen in den Unternehmen umfasst. Auch hier wird von der Notwendigkeit gesprochen Organisationen „agiler“ aufzustellen, digitale Geschäftsmodelle erfordern dies. Thematisiert wird in diesem Zusammenhang auch das „gestiegene“ Bedürfnis nach Sicherheit (insbesondere IT-Sicherheit) in einer scheinbar durch und durch transparenten weil digitalen Welt.

Die Liste ließe sich um einige weitere Punkte ergänzen wie bsp. Arbeiten 4.0, Industrie 4.0, Internet der Dinge usw usw.

Jetzt mitmachen

Glauben Sie nur nicht das passiert alles OHNE Sie – nur haben Sie eben die Wahl – machen Sie aktiv mit oder werden Sie von der ein oder anderen Entwicklung „überrascht“!

Mein Plädoyer: Machen Sie mit. Mit den oben genannten Entwicklungen geht es um nichts anderes als die Möglichkeit Ihre Arbeit von Morgen kennen zu lernen und zu gestalten, dabei nicht die Rolle des „Getriebenen“ einzunehmen oder nur „mitzuschwimmen“, sondern selbst zu „gestalten“ und selbst „treibende Kraft“ zu werden. Nie war die Möglichkeit zur Partizipation höher als „JETZT“! Das gilt insbesondere für die Mitarbeiterebene.

Mitmachen heißt im ersten Schritt – Weg vom Schreibtisch. Mitmachen heißt nicht einem Trend nachzulaufen, mitmachen heißt konkret zu erfahren wovon die Rede ist und erst dann zu „urteilen“. Ja, die meisten nehmen ganz konkret etwas mit für Ihren Alltag, wenn Sie erst einmal die Möglichkeit haben, in agiles Arbeitsweisen „einzutauchen“. Das zeigt die Erfahrung!

Und dabei sind die Möglichkeiten vielfältig, Webinare sind eine hervorragende, ressourcenschonende Möglichkeit günstig den Einstieg in die relevanten Themen zu finden.

Ja auch kostenlose Möglichkeiten wie eine Selbsteinschätzung (Klick auf APiT starten) zu agilen Prinzipien gibt es, wo Sie erfahren wie weit Sie bereits „Agile“ Prinzipien im Alltag leben (wenn auch vielleicht ganz unbewußt), verstehen und möglicherweise schon umsetzen um darauf basierend Ihre Maßnahmen abzuleiten.

Oder aber Sie besuchen einen Workshop der Ihnen Kompakt einen Überblick über die wichtigsten agilen Methoden ermöglicht und Sie erleben diese „live“, diskutieren mit Gleichgesinnten, statt nur graue Theorie zu tanken, die eben nicht ausreicht um beurteilen zu können was sich verändert.

Besuchen Sie MeetUps die es mittlerweile in jeder etwas größeren Stadt gibt und nutzen Sie den Kontakt zu den Experten und Akteuren die bereits „agil“ arbeiten und erfahren Sie so aus erster Hand mehr von den agile Methodenwelten, von Design Thinking, von New Work u.v.a.m. Aber auch Veranstaltungen wie die #play14 sind hervorragend geeignet „Agilität“ zu erleben und in diesem Fall spielerisch leicht zu „Lernen“.

Und wer weiß, vielleicht lernen wir uns auf einem MeetUp, Workshop oder Webinar kennen und Sie sagen: „Ihr Artikel hat mich damals motiviert, selbst aktiver zu werden“ In diesem Fall würde ich mich natürlich ganz besonders freuen!

Ihr Alexander Schaaf

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